Sonntag, 10. Juni 2018

Rezension: "Verstummt" von Karin Slaughter

Titel: Verstummt
Autorin: Karin Slaughter
Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 528
Genre: Thriller

Inhalt (Klappentext)

Detective Michael Ormewood hat in seinem Berufsleben schon viel Schreckliches gesehen. Aber der Tatort, zu dem er diesmal gerufen wird, stellt alles in den Schatten. In einer verrufenen Wohnsiedlung in Atlanta liegt die junge Prostituierte Aleesha tot im Treppenhaus. Ihr Mörder hat sie furchtbar zugerichtet. Das Werk eines krankhaften Serientäters? Alles deutet darauf hin. Michael sieht sich daher gezwungen, mit Special Agent Will Trent zusammenzuarbeiten, einem Mann, dem er instinktiv misstraut. Und mit der Polizistin Angie Polaski, die verdeckt ermittelt und früher seine Geliebte war – bevor sie zur Feindin wurde. Nur wenige Stunden nach Auffinden der Leiche verschafft sich das Böse Zutritt zu Michaels eigenem Haus. Und es sieht ganz danach aus, als ob das Geheimnis hinter all dem Wahnsinn untrennbar mit Michael selbst verknüpft ist. Längst Vergangenes sickert in die Gegenwart wie Gift in seine Adern...

Meine Meinung

Durch Karin Slaughter habe ich damals meine Liebe zu Thrillern entdeckt, denn ihre "Grant-County-Serie" um Sara Linton war die erste Thriller-Reihe, die ich überhaupt gelesen habe. Deshalb war es nun langsam mal an der Zeit, dass ich mich ihrer "Georgia-Reihe" rund um Will Trent widme. Und direkt das erste Buch der Reihe hat mich wieder absolut überzeugt. 

"Verstummt" ist ein spannender Thriller, der in drei Teile gegliedert ist und der, vor allem am Ende der ersten beiden Teile, mit unerwarteten Wendungen überrascht. 

Will Trent mochte ich unheimlich gerne. Er ist eine total sympathische Person und wird gerade durch seine Schwächen so interessant. Die Polizistin Angie Polaski ist ebenfalls ein außergewöhnlicher, wenn auch etwas schwieriger Charakter. Beide haben in ihrer Kindheit und Jugend schlimme Dinge erlebt und ihr Schicksal hat mich sehr berührt und erschüttert. 

Auch die Geschichte von John Shelley, dem mutmaßlichen Täter, hat mich sehr mitgenommen. Die Schilderungen von seinen Erlebnissen im Gefängnis sind so grausam, dass ich richtig mitgelitten habe. Und genau das ist es, was das Buch für mich so gut gemacht hat. Die Autorin hat einen so mitreißenden und packenden Schreibstil, der einen aufwühlt und mitfühlen lässt. Die Sprache ist zwar recht derb, aber ich finde, dass das zu so einem Thriller durchaus passt. 

Allerdings ist das Buch nichts für schwache Nerven! Denn es geht zuweilen recht blutig und brutal zu. Der Täter beißt seinen Opfern die Zunge ab und richtet sie auch sonst grausam zu. Misshandlungen und Vergewaltigungen spielen eine große Rolle. 

Der Fall war für mich, auch wenn man nach etwa der Hälfte des Buchs wusste, wer der Täter ist, trotzdem spannend bis zum Schluss und ich möchte unbedingt wissen, wie es mit Will und Angie weitergeht. Die Beiden haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen und vor allem Will habe ich sehr lieb gewonnen. Das Ende mit dem Hund fand ich nebenbei bemerkt auch unglaublich süß. 

Lieblingszitate

"Kurz vor der Wohnung spürte er, wie sich ihm die Nackenhaare sträubten. Will war noch nie einer gewesen, der an Geister und Dämonen glaubte, aber es ließ sich nicht leugnen, dass der Tatort eines Mordes eine gewisse Aura hatte, eine Energie, die einem sagte, dass es hier zu einem gewaltsamen Tod gekommen war."

"Doch das war der American Way. Gib eine Million Dollar aus, um ein Kind zu retten, das in einen Brunnen gefallen ist, doch untersteh dich, hundert Doller zu investieren, um den Brunnen abzudecken, damit das Kind gar nicht erst hineinfällt."

"Auf der ganzen Welt gab es Reiche, die in ihren eigenen Gefängnissen hockten, gefangen in ihrer Gier, isoliert von der Welt um sie herum."

Bewertung

Ich bewerte das Buch mit 5 von 5 Sternen, da es für mich alles hat, was ein guter Thriller braucht: Spannung, unerwartete Wendungen, Emotionen und gute Charaktere. 


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