Montag, 24. Juli 2017

Rezension: "Ich hab dich im Gefühl" von Cecelia Ahern

Titel: Ich hab dich im Gefühl
Autorin: Cecelia Ahern
Verlag: Fischer Taschenbuch
Seitenzahl: 416
Genre: Gegenwartsliteratur/ Liebesroman

Inhalt

Als die schwangere Joyce einen Anruf entgegennehmen will und zum Telefon rennt, stürzt sie die Treppe ihres Hauses hinunter und verletzt sich schwer. Bei dem Unfall verliert sie ihr Baby und jede Menge Blut, sodass eine Bluttransfusion vonnöten ist. Als wäre das nicht genug, muss sie auch noch die Trennung von ihrem Ehemann Conor verkraften, denn beide sind sich einig, dass sie sich auseinandergelebt haben. Und noch etwas ist plötzlich anders. Seit Joyce aus dem Krankenhaus zurück ist, kann sie Sprachen, die sie vorher nicht beherrschte, erinnert sich an Dinge, die sie gar nicht erlebt hat und hat ein breites Wissen über Baukunst- ein Thema, das sie vorher nie interessiert hat.

Justin ist Gastdozent für Architektur und Kunst in Dublin und lässt sich trotz seiner großen Angst vor Nadeln zu einer Blutspende überreden. Einige Tage später trifft er zufällig auf Joyce und sie kommt ihm ungewöhnlich bekannt vor, obwohl er sich sicher ist, dass er sie nicht kennt. Sie ist ihm auf irgendeine Weise sofort vertraut.  

Und so beginnt die Geschichte von Joyce und Justin.

Meine Meinung

Leider bin ich von dem Buch ziemlich enttäuscht, vor allem, da Cecelia Ahern eigentlich zu meinen Lieblingsautorinnen gehört. Die Bücher, die ich bisher von ihr gelesen habe, habe ich verschlungen. Bei diesem musste ich mich dagegen regelrecht zwingen es zu Ende zu lesen. 

Die Geschichte von Joyce und Justin ist so unrealistisch, dass ich sie einfach nicht richtig ernst nehmen konnte. Dass Joyce auf einmal sehr private und intime Dinge von Justin weiß, die er teilweise noch niemanden erzählt hat und sie außerdem noch seine beruflichen Fachkenntnisse, allein durch eine Blutspende, übertragen bekommen hat, ist meiner Meinung nach einfach zu weit hergeholt.

Der Protagonist Justin blieb für mich total blass, wohingegen Joyce sehr tiefe und für mich nachvollziehbare Gedankengänge hatte, die sie mir sympathisch machten. Trotzdem blieb eine gewisse emotionale Distanz. Joyce` Vater, der eigentlich nur ein Nebencharakter ist, habe ich sehr lieb gewonnen. Wobei ich tatsächlich fand, dass die Beziehung von Joyce zu ihrem Vater in dem Buch im Vordergrund stand und nicht die Liebesbeziehung zwischen Joyce und Justin. Joyce ist nach der Trennung von ihrem Mann Conor zu ihrem Vater gezogen, was natürlich mit 33 Jahren nicht gerade besonders erfüllend ist, aber die Beiden sind dadurch wieder sehr zusammengewachsen und zu einem eingeschweißten Team geworden. Das fand ich sehr rührend und schön. Allerdings verspricht der Klappentext einen romantischen Liebesroman und keine Vater-Tochter-Beziehungsgeschichte.

Das Ende gefiel mir leider auch nicht so richtig. Im Verlauf des Buches dauert es eine gefühlte Ewigkeit bis es endlich mal zu einer Entwicklung zwischen den beiden Protagonisten kommt und am Ende geht dann alles ganz schnell- auch wieder sehr unrealistisch. 

Positiv zu erwähnen ist aber auf jeden Fall der schöne, flüssige und empfindsame Schreibstil von Cecelia Ahern. Auch in diesem Buch gibt es wieder wunderschöne Zitate, die mich beim Lesen nachdenklich gemacht haben. 

Lieblingszitate

"Seltsam, wie die Menschen ihr Leben markieren, welche Fixpunkte sie wählen, um zu entscheiden, dass ein bestimmter Moment wichtiger ist als alle anderen. Denn das Leben besteht doch nur aus Momenten. Ich denke immer, dass die besten alle in meiner Erinnerung gespeichert sind, dass ich sie im Blut habe, in einer Art eigenen Datenbank, in die kein anderer Einblick hat außer mir."

"Ich denke daran, dass Liebe und Hass auf demselben Boden wachsen. Daran, wie ich in meinen finstersten Momenten, in der schlimmsten Angst oft den größten Mut bewiesen habe. Wenn wir uns am schwächsten fühlen, mobilisieren wir ungeahnte Kräfte, und von ganz unten steigen wir höher hinauf, als wir es uns je hätten träumen lassen."

"Ein Schleier hängt zwischen zwei Gegensätzen, dünn, durchsichtig, nur ein Hauch, der uns warnen soll- und trösten. Jetzt bist du voller Hass, aber schau durch den Schleier, und dort erkennst du die Möglichkeit zu lieben. Jetzt bist du traurig, aber wenn du auf die andere Seite hinüberblickst, entdeckst du das Glück. Von absoluter Gelassenheit ins völlige Chaos- der Wechsel vollzieht sich so rasch, in einem winzigen Augenblick."

"Alltäglichkeiten, das Gewöhnliche, das Banale- das ist es, was den Motor am Laufen hält. Wie ungewöhnlich das Gewöhnliche in Wirklichkeit ist. Letztlich ein Werkzeug, das wir alle benutzen, um weitermachen zu können, eine Schablone für unsere geistige Gesundheit."

Bewertung

Leider hat mir dieses Buch nicht gefallen, da ich die Geschichte zu unrealistisch und zu langatmig fand. Außerdem stand nicht, wie erwartet, die Geschichte von Joyce und Justin im Vordergrund, sondern eher die Geschichte von Joyce und ihrem Vater. Daher gibt es leider, auch wenn der Schreibstil wirklich schön war, nur 2 von 5 Sternen









Kommentare:

  1. Liebe Steffi,

    Ich habe dieses Buch ebenfalls gelesen und fand es auch sehr unrealistisch.
    Eigentlich ist es das schwächste Buch der Autorin.

    Ganz liebe Grüße
    Zeki :)

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    1. Ich bin gespannt, da ich noch ein paar Bücher von ihr auf dem SuB habe. Hoffentlich gefallen die mir wieder besser, denn dieses war wirklich nicht mein Fall. Aber gut, dass du das auch so siehst ;).
      Liebe Grüße,
      Steffi

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