Sonntag, 1. Januar 2017

Rezension: "Novemberschokolade" von Ulrike Sosnitza

Titel: Novemberschokolade
Autorin: Ulrike Sosnitza
Verlag: Heyne Verlag
Seitenzahl: 368
Genre: Gegenwartsliteratur/ Liebesroman

Inhalt

Die 31-jährige Lea Winter ist Inhaberin einer kleinen Chocolaterie in Würzburg, in der es außer ihr noch zwei weitere Mitarbeiterinnen gibt: ihre Freundin Stella und die etwas ältere Verkäuferin Herlind. Leas ganzes Herzblut steckt in ihrem Laden, aber leider wirft er einfach kein Geld ab. Als sie schließlich die Ladenmiete nicht mehr zahlen kann, kündigt ihre Vermieterin ihr fristlos. Lea reißt es den Boden unter den Füßen weg. Sie liebt ihren Laden und möchte ihre Mitarbeiterinnen nicht enttäuschen. Um ihre Chocolaterie zu retten, will sie an einem Wettbewerb teilnehmen, bei dem es darum geht für "Die Schwanenhotels" eine Schwanenpraline zu kreieren. Die Bewerbung setzt aber eine ungeahnte Reise in Leas Vergangenheit in Gang. Sie findet ihre Mutter wieder, die sie und ihren Vater, als sie sechs Jahre alt war, im Stich gelassen hat. Kurz darauf starb Leas Vater, sodass sie bei ihrer Großmutter aufwuchs. Doch stimmt es wirklich, dass Leas Mutter die "Böse" war, die einfach abgehauen ist? 
Außerdem gibt es da noch Alessandro, den Italiener von Gegenüber, der Lea gehörig den Kopf verdreht hat und dessen Duft ihr Herz mit einer Sehnsucht füllt, die sie nicht zuordnen kann. 

Meine Meinung

Am Anfang gefiel mir das Buch sehr gut, vor allem, da es in Würzburg spielt und ich fast vier Jahre in einem Vorort Würzburgs gelebt habe. Es war schön für mich, die Handlungsorte wieder zu erkennen und direkt ein Bild vor Augen zu haben. Auch wie über die Schokoladenherstellung geschrieben wurde und Leas Liebe zur Schokolade an sich, hatte etwas sehr Charmantes. Allerdings gefiel mir die Entwicklung der Geschichte nicht so gut bzw. es ging mir zu wenig in die Tiefe. Als Lea ihre Mutter nach 26 Jahren wiedersieht, gibt sie sich damit zufrieden, dass ihre Mutter nicht mal versucht ihr zu erklären, was damals passiert ist. Das konnte ich nicht verstehen, denn ich hätte meine Mutter gelöchert und eine Erklärung verlangt. Auch, dass sie dann so plötzlich so einen engen Kontakt und sogar in die Nähe ihrer Mutter ziehen wollte, war für mich nicht nachvollziehbar. Immer wieder kamen Gerüchte auf, dass Leas Mutter alkohol- oder drogensüchtig sei, was im Buch allerdings überhaupt nicht mehr richtig aufgeklärt wird. Man merkt eindeutig, dass sie psychisch krank ist, so wie sie sich verhält und auch weil immer wieder die Rede von irgendwelchen Tabletten war, aber was genau mit ihr los ist, wird nicht erklärt. Zwar weiß man am Ende, dass sie einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten hatte und viele Schuldgefühle in sich trägt, aber mehr auch nicht. Auch was es mit der Beziehung der Mutter zu wiederum ihrer Mutter auf sich hatte, wird nicht erläutert, obwohl mehrfach angedeutet wurde, dass da etwas war, was sie aus der Bahn geworfen hat.
Die Liebesgeschichte zwischen Lea und Alessandro läuft eher etwas nebenbei, hat mir aber gut gefallen. Alessandro mochte ich als Charakter sehr, da er immer hilfsbereit war und etwas sehr Warmherziges hatte. Lea und Anne, also Leas Mutter, gefielen mir als Figuren nicht so gut, da ich, wie oben schon erwähnt, ihr Verhalten nicht nachvollziehen konnte und beide sehr sprunghaft waren. Annes Freund Sébastien war mir sehr sympathisch und ich fand es toll, dass er sich als so ein netter Kerl entpuppt hat, wo Lea ihn doch erst voller Vorurteile betrachtet hat. Das zeigt mal wieder, wie sehr man sich durch Äußerlichkeiten täuschen lässt. 
Emotionen kamen bei mir beim Lesen leider nicht wirklich rüber. Die Geschichte hat mich nicht berühren können, obwohl sie eigentlich den Stoff dazu hergegeben hätte. 

Positiv hervorheben möchte ich aber noch die Buchcovergestaltung. Mit den Trüffeln, dem Kakaopulver und der kleinen Schwanenpraline passt es perfekt zu der Geschichte und man sieht, dass viel Liebe ins Detail gesteckt wurde.

Fazit: Da mich die Geschichte nicht so richtig mitgerissen hat und sie sich für meinen Geschmack zu sehr an der Oberfläche bewegt hat, sich das Buch aber trotzdem flüssig und gut lesen ließ, gebe ich:

3 von 5 Sternen


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