Freitag, 13. Januar 2017

Rezension: "Erlösung" von Jussi Adler-Olsen

Titel: Erlösung
Autor: Jussi Adler-Olsen
Verlag: dtv
Seitenzahl: 592
Genre: Krimi/ Thriller

Inhalt

Der dritte Fall für das Sonderdezernat Q der Kopenhagener Kriminalpolizei: Der Dezernatsleiter Carl Mørck bekommt vom Chef der Mordkommission einen Brief ausgehändigt, der in einer Flasche in der Nähe der Orkneys in Schottland gefunden wurde. Die Flasche hing dort in einem Fischernetz. Die Linguisten haben festgestellt, dass die Flasche mit dem Brief ursprünglich aus Dänemark kommen muss. Das Sonderbare daran ist, dass die Nachricht offensichtlich ein Hilfeschrei ist und mit menschlichem Blut geschrieben wurde. Allerdings hat die Flasche sechs Jahre im Wasser gelegen und stand nochmal ein paar Jahre auf einer Fensterbank mitten in der Sonne und geriet in Vergessenheit. Durch das Kondenswasser ist das Blut verschmiert und vom Papier aufgesogen worden und es ist nicht mehr viel der Botschaft lesbar. Nur das Wort "Hilfe" ist klar und deutlich zu erkennen.
Die Ermittlungen führen Carl Mørck und seinen Assistenten Assad in die dänische Sektenlandschaft. Außerdem haben die beiden Unterstützung von Yrsa. Sie ist die vermeintliche Zwillingsschwester der Sekretärin Rose und gleichzeitig deren Ersatz im Sonderdezernat Q, da Rose sich gerade eine Auszeit nimmt.
Es kristallisiert sich heraus, dass es sich bei der Flaschenpost wahrscheinlich um eine Botschaft von zwei entführten Jungen handelt. Doch es gab nie eine Vermisstenanzeige. Warum? Und gab es vielleicht noch mehr Opfer? 

Meine Meinung

Mir gefiel das Buch sehr gut. Ich würde sogar sagen, dass ich dieses Buch noch besser als seine zwei Vorgänger fand. Das Ermittlerteam ist grandios und Adler-Olsen schafft es, die düstere Stimmung des Thrillers immer wieder durch witzige Gedankengänge, vor allem von Carl Mørck und durch lustige Wortgefechte zwischen Carl und Assad aufzulockern. Teilweise konnte ich mir ein leises Lachen kaum verkneifen, weil es einfach zu komisch war. Carl wirkt immer etwas mürrisch und liebt seine Mittagsschläfchen, die er so oft es geht, auch im Präsidium, auf seinem Bürostuhl, hält. Aber wenn es um die Aufklärung eines wichtigen Falls geht, ist er voll und ganz bei der Sache und kennt keinen Feierabend, auch wenn er sich manchmal etwas darüber ärgert. Außerdem hat er ein gutes Herz, was man z.B. daran sieht, dass er seinen ehemaligen Kollegen Hardy, der querschnittsgelähmt ist, bei sich zu Hause aufgenommen hat. Er fühlt sich für ihn verantwortlich, da er ihn bei der Schießerei, durch die seine Lähmung entstanden ist, nicht hat schützen können. Carls syrischer Assistent Assad ist sehr arbeitssam und treibt Carl öfter mal etwas an, gerade wenn es um die Aufnahme eines neuen Falls geht. Seine fehlenden Sprachkenntnisse sorgen des Öfteren für Lacher. Aber irgendwas verbirgt er. Mit Yrsa, merkt man schnell, stimmt ebenfalls etwas nicht. Was, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da ich nicht spoilern möchte. Allerdings geht sie Carl genauso auf die Nerven wie Rose. Trotzdem schafft sie es immer wieder Carl zu beeindrucken, da sie wichtige Informationen schnell herausfindet und sie an ihn weitergibt. 
Die Idee mit der Flaschenpost finde ich super: Zwei Kinder, die entführt und in einem Boothaus gefangen gehalten werden und eines davon versucht, mit der Flaschenpost eine Botschaft nach draußen zu senden. Leider wird sie erst viel zu spät entdeckt. Carl und Assad machen sich auf die Suche nach der Familie, um herauszubekommen, warum keine Vermisstenanzeige gestellt wurde. Die Ermittlungen führen sie in sehr eigentümliche Gesellschaftskreise, nämlich in die Sektenlandschaft Dänemarks. In gewisser Weise übt Adler-Olsen damit Kritik an diesen Menschen, die oft sehr unter sich leben und ein ganz eigenes Verständnis von Religion haben. Außerdem zeigt er, welche Auswirkungen Gewalt in der Kindheit auf die Psyche haben kann.
Durch den ständig stattfindenden Perspektivenwechsel wird eine große Spannung erzeugt. Mal liest man aus der Sicht des Ermittlers Carl Mørck, mal aus der Sicht des Täters, mal aus der Sicht der Frau des Täters usw. 
Ein klein wenig unnötig fand ich allerdings die Nebenhandlung, bei der es um die Aufklärung von mehreren Brandstiftungsfällen ging. Dadurch kamen manchmal etwas Längen auf und ich hätte es besser gefunden, hätte man das weggelassen. Auch schon bei den Vorgängerbüchern gab es immer einen Parallelfall, der aber nur oberflächlich angerissen wird und bei dem sich Carl meistens einmischt, obwohl es gar nicht sein Fall ist. Für meinen Geschmack überflüssig, auch wenn es vielleicht zeigt, dass Carl gerne überall seine Nase reinsteckt und mit seinem gutem Riecher beeindrucken möchte. 
Aus diesem Grund gebe ich: 

4 von 5 Sternen




Kommentare:

  1. Hey Steffi :)

    Hier mein Gegenbesuch! :D
    Schöne Rezension! Ich habe bisher leider nur den ersten Fall des Sonderdezernates Q gelesen, aber der hat mir sehr gut gefallen. Ich glaube, ich sollte die Reihe mal wieder aufnehmen und weiter lesen ;)

    Ganz liebe Grüße,
    Myri

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    1. Hallo Myri,
      freut mich, dass du auf meine Seite gekommen bist :). Ich kann die Reihe auf jeden Fall empfehlen!
      GlG, Steffi

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  2. Hallo Steffi,

    dieses Buch habe ich im letzten Jahr auch gelesen und es hat mir gut gefallen. Die Dialoge zwischen den Ermittlern sind wirklich gut und lockern das ganze Geschehen auch immer wieder auf finde ich.

    Schöne Rezension.

    LG
    Julia

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