Donnerstag, 15. Dezember 2016

Rezension [Hörbuch]: "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes

Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Autorin: Jojo Moyes
Sprecherin: Luise Helm
Verlag: Argon Verlag
Genre: Gegenwartsliteratur/ Liebesroman
Gesamtspielzeit: 14 Stunden, 45 Minuten
Ungekürzte Lesung

Inhalt:


Zunächst einmal geht es um die 26-jährige Louisa Clark, kurz Lou genannt, die ein einfaches Leben in einer englischen Kleinstadt führt. Sie wohnt bei ihren Eltern, hat einen Job, der ihr gefällt und einen Freund, bei dem sie sich noch nicht richtig sicher ist, was sie für ihn empfindet. Doch eines Tages wird ihr der Job als Kellnerin in einem Cafe gekündigt. Und so kommt es, dass sie über einige Umwege schließlich als Pflegehilfe für einen Querschnittsgelähmten arbeitet. Dabei handelt es sich um Will Traynor, der nur ein paar Jahre älter ist als Lou. Will hat vor seinem Unfall, als er noch gesund war, ein Leben in Saus und Braus geführt und hat nun überhaupt keinen Lebensmut mehr. Er ist völlig freudlos und lässt dies auch deutlich seine Umgebung spüren. Lou weiß noch nicht so recht, warum sie die Stelle als Pflegehilfe bekommen hat, wo sie doch vorher nur in einem Cafe gejobbt hat und keinerlei Erfahrung in dem Bereich mitbringt. Und warum ist die Stelle auf ein halbes Jahr befristet? All das soll sie bald erfahren.. 

Meine Meinung:

Ein wirklich zauberhaftes Hörbuch, das mich mitten ins Herz getroffen hat. Der Schreibstil von Jojo Moyes ist einfühlsam, berührend und sie findet einfach die richtige Worte um Gefühle und Emotionen zu beschreiben. Dabei wird aber nichts geschönt, was ich sehr gut finde. Man kann die Gedanken und Handlungen der Hauptpersonen sehr gut nachvollziehen und es wird alles sehr realistisch dargestellt. Die Behinderung von Will wird gut und detailliert erklärt und man versteht seine Verzweiflung. War er doch früher ein richtiger Lebemann und ist nun Tetraplegiker und von anderen abhängig. 
Lou, die zunächst aufgeweckt und schillernd daher kommt, trägt auch ein dunkles Geheimnis in sich und man erfährt, dass es einen traurigen Grund dafür gibt, dass sie sich so auffällig kleidet. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen. Sie ist warmherzig und gleichzeitig etwas naiv, was ihren Charakter so liebevoll macht. Mir gefielen aber auch die Nebencharaktere sehr gut. Beispielsweise Wills Eltern: Man sieht, auf was für eine harte Probe so ein plötzlicher schwerer Krankheitsfall in der Familie eine Beziehung stellen kann. Wills Mutter ist vor lauter Kummer selbst total am Ende und Wills Vater möchte seine Frau nicht im Stich lassen, obwohl er sie schon lange nicht mehr liebt. Es werden alle Seiten beleuchtet und das fand ich grandios. Eine weitere Nebenrolle spielt Nathan, Wills Pfleger, der inzwischen auch zu Wills Freund und Vertrautem geworden ist. Er ist unbefangen im Umgang mit Will und neckt Lou auch ganz gerne mal. Auch ihn mochte ich sehr. Lous Schwester war mir nicht ganz so sympatisch, aber trotzdem gehörte sie einfach zu der Geschichte dazu. Patrick, Lous Freund, war ebenfalls nicht gerade ein Sympathieträger, aber das sollte er auch nicht sein. Er ist besessen vom Sport und hat kaum einen Kopf für etwas anderes. Lous Eltern waren reizend. Auch wenn sie oft spöttische Bemerkungen gemacht haben, hat man gemerkt, dass ihnen ihre Töchter sehr wichtig sind und sie alles tun, damit es ihnen gut geht.

Luise Helm liest das Buch auf ganz wunderbare Weise. Sie hat eine sanfte und angenehme Stimme, der man gerne zuhört. Ganz kurz kommen auch andere Stimmen zu Wort, die ebenfalls sehr angenehm sind und denen man gut folgen kann.

Da mir das Hörbuch so gut gefallen hat, kann ich nicht anders und gebe: 

5 von 5 Sternen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen