Freitag, 12. Mai 2017

Rezension: "Der Kruzifix-Killer" von Chris Carter

Titel: Der Kruzifix-Killer
Autor: Chris Carter
Verlag: Axel Springer SE
Seitenzahl: 352
Genre: Thriller

Inhalt

Ein Fall für das Morddezernat 1 des Los Angeles Police Departments für besonders schwere Morde und Gewaltverbrechen: In einem abgelegenen Holzhaus wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Sie ist an den Handgelenken zwischen zwei Holzpfosten aufgehängt und ihre Knie berühren den Boden, so dass ihr Körper ein Y bildet. Aber das Schlimmste ist ihr gehäutetes Gesicht. Der Täter muss ihr noch bei lebendigem Leib die Haut abgezogen haben. Außerdem hat er ein Zeichen in ihrem Nacken hinterlassen: ein Doppelkreuz, das das Erkennungssymbol des vor eineinhalb Jahren zu Tode verurteilten und hingerichteten Kruzifix-Killers war, der sieben scheußliche Morde über einen Zeitraum von zwei Jahren verübt hat. Den Detectives Robert Hunter und Carlos Garcia wird schnell klar, dass der wahre Serienmörder noch frei herumläuft und damals der Falsche ein Geständnis abgegeben hat. Doch die Ermittlungen sind schwierig, da der Täter keine Spuren, sondern nur blitzblanke Tatorte hinterlässt und die Opfer keine Gemeinsamkeiten zu haben scheinen.

Meine Meinung

Ein wirklich toller Thriller, der mich gefesselt hat! 

Die Idee der Geschichte an sich fand ich zwar nicht so neu, da man, wenn man viele Thriller liest, das Szenario eines Serienmörders, der ein Erkennungszeichen und sonst nur "saubere" Tatorte hinterlässt, kennt, trotzdem war mir das Buch zu keiner Sekunde langweilig und es gab jede Menge spannender und unerwarteter Wendungen. 

Die beiden Detectives waren mir von Anfang an sympathisch. Der 39-jährige Robert Hunter war eine Art Wunderkind und hat einen Doktor in Kriminal-und Bio-Psychologie und nachdem sein Vater auf tragische Weise bei einem Verbrechen ums Leben kam, entschied er sich zur Polizei zu gehen und arbeitete sich dort zum Detective beim Morddezernat hoch. Er hat eine unglaublich gute Intuition, analysiert scharfsinnig und schafft es, sich in die Psyche der Täter hineinzuversetzen. Der 31-jährige Carlos Garcia hat sich ebenfalls sehr schnell emporgearbeitet und hat es innerhalb von zwei Jahren bei der Polizei zum Detective beim Morddezernat gebracht. Er ist etwas schüchterner und ruhiger, aber genauso ehrgeizig und hartnäckig wie Hunter. Die beiden sind ganz frische berufliche Partner, da Hunters ehemaliger Partner Scott Wilson bei einem Bootsunfall ums Leben kam und dieser Fall ist ihr erster gemeinsamer. Anfänglich fällt es Hunter etwas schwer den Neuen zu akzeptieren, aber sie werden schnell zu Freunden. Diese Entwicklung gefiel mir sehr gut. Außerdem gefiel es mir, wie die psychische Belastung der Detectives in dem Buch dargestellt wurde: wie sie unter Schlafstörungen leiden, ihnen der Fall einfach keine Ruhe lässt und ihnen die grausamen Bilder des Todes immer wieder durch den Kopf gehen. So stellt man sich das wirklich vor.

Das Verfolgen der Ermittlungen war sehr spannend. Die bereits erwähnten unerwarteten Wendungen trugen erheblich dazu bei. Plötzlich gibt es noch einen Parallelfall und der wahre Täter war, zumindest für mich, nicht vorherzusehen. Das Ende gefiel mir daher sehr gut. 

Was mir allerdings nicht so gut gefiel, war der Parallelfall bzw. dass dieser so abrupt endete und man gar nicht so recht weiß, was es nun damit auf sich hatte. Wer waren die Täter und wie haben sie ihre Opfer ausgesucht? Das fand ich etwas schade. Wenn man diesen Fall schon immer wieder thematisiert und stellenweise die Geschichten der Opfer erzählt werden, dann möchte ich auch mehr darüber wissen. Sonst hätte man das vielleicht weglassen sollen. 

Den Schreibstil von Carter fand ich aber klasse- absolut flüssig, einfach und lebendig. 

Lieblingszitate

"Als Hunter sich der letzten Tür und dem dort postierten Polizisten näherte, überkam ihn ein Frösteln. Das Frösteln, das jeder Mordschauplatz auslöst. Das Frösteln des Todes."

"Er dachte daran, wie unschuldig die meisten Menschen vor sich hin lebten, ahnungslos angesichts des Übels, das gleich um die nächste Ecke lauerte."

"Mein Körper ist müde. Mein Hirn ist hellwach. Und am Ende gewinnt immer mein Hirn."

"Einen Mörder zu fangen lindert den Schmerz, aber es löscht nicht aus, was man gesehen hat."

Bewertung

Das Buch war spannend, fesselnd und die Entwicklung der Geschehnisse unvorhersehbar- so wie es bei einem Thriller sein soll! Einen klitzekleinen Punkt Abzug gibts von mir, da mir die Aufklärung des Parallelfalls gefehlt hat. Daher also:

4 von 5 Sternen





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